Le Molay-Littry

Le Molay-Littry, das erst 1969 durch Zusammenlegung der Kommunen Le Molay und Littry entstand, ist aus militärhistorischer Sicht aus drei Gründen interessant. Generalleutnant Kraiss, Kommandeur der 352. Infanterie-Division, hatte sein Hauptquartier im Château du Molay aufgeschlagen, circa eine Woche nach der Landung musste das Hauptquartier jedoch überstürzt geräumt werden, da die amerikanischen Truppen auf ihrem Vormarsch nach St-Lô bedrohlich nahe an das Schloss vorgestoßen waren. Im Schlossgarten selbst war der Bau von Abschussanlagen für die deutsche Vergeltungswaffe V2 geplant, dazu kam es jedoch nicht mehr (GPS N49° 15' 32.875" W0° 54' 5.854").

750 m nordöstlich des Château du Molay befindet sich bei dem Weiler Le Riboulet ein Denkmal, das an den Advanced Landing Ground ALG A-9 erinnert. Dieser vorgeschobenen Feldflugplatz wurde durch die Pioniere des 894th Aviation Engineer Battalion, 9th Engineer Command, 9th US Army Air Force, ab dem 21. Juni 1944 erstellt und war ab dem 30 Juni einsatzbereit.

Auf dem Flugplatz waren keine Kampfflugzeuge stationiert, sondern Aufklärungs-, Trans- port- und Verbindungseinheiten (67th Tactical Reconnaissance Group auf P-51 Mustang, 10th Photo Reconnaissance Group auf P-38 Lightning, 14th Liaison Squadron, 2nd Advanced Air Depot). Da der Flugplatz in der Nähe des nur 3,5 Km entfernt bei Blay liegenden vorgeschobenen Hauptquartiers von General Montgomery lag, flogen auf dem Flugplatz mehrere hochgestellte Persönlichkeiten ein und aus, unter anderem General de Gaulle, Premierminister Winston Churchill und natürlich General Dwight D. Eisenhower selbst. Die Aufklärungseinheiten waren bis Ende August auf dem Flugplatz stationiert, wurden dann aber mit dem Voranschreiten der Front nach Nordfrankreich verlegt. Ab diesem Zeitpunkt wurde das Flugfeld in ein Air Depot (Wartung) umgewandelt und mehrere große Hangar errichtet. Das Gelände wurde am 5. Oktober 1944 an die Franzosen zurück gegeben (GPS  N49° 15' 42.372" W0° 53' 29.645"). 

                            zurück zu Orte und Denkmäler der Schlacht um St-Lô